Ein PV-Rechner ermittelt in Sekunden, wie groß Ihre Solaranlage sein sollte, was sie kosten wird und wann sie sich amortisiert. Aber wie genau funktioniert die Berechnung im Hintergrund? Dieser Artikel erklärt die Formeln Schritt für Schritt — damit Sie die Ergebnisse verstehen und kritisch einordnen können.

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Schritt 1: Den kWp-Bedarf berechnen

Der erste Schritt ist die Ermittlung der benötigten Anlagengröße in kWp (Kilowatt-Peak). Die Grundformel lautet:

Benötigte kWp = Jahresstromverbrauch (kWh) ÷ Spezifischer Jahresertrag (kWh/kWp)

Der spezifische Jahresertrag beträgt in Deutschland im Durchschnitt 950 kWh/kWp — in Bayern bis zu 1.100, in Schleswig-Holstein ca. 850. Für die schnelle Überschlagsrechnung ist 950 eine gute Näherung.

Beispiel: Ein Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch braucht: 4.500 ÷ 950 = 4,7 kWp.

E-Auto und Wärmepumpe einberechnen

Diese Verbraucher erhöhen den effektiven Bedarf deutlich:

  • E-Auto (15.000 km/Jahr): +2.250 kWh → +2,4 kWp
  • Wärmepumpe: +3.000–5.000 kWh → +3,2–5,3 kWp
  • Batteriespeicher: Erhöht Eigenverbrauch, beeinflusst nicht direkt kWp-Bedarf

Schritt 2: Anzahl der Module

Moderne Solarmodule haben eine Nennleistung von 380–430 Wp. Der Marktstandard liegt aktuell bei 400 Wp.

Anzahl Module = kWp × 1.000 ÷ Modulleistung (Wp)

Beispiel: 4,7 kWp ÷ 0,4 kWp = 11,75 → aufgerundet 12 Module (= 4,8 kWp).

Schritt 3: Benötigte Dachfläche

Ein 400-Wp-Modul hat eine Abmessung von ca. 1,7 × 1,1 m = 1,87 m². Pro kWp benötigen Sie also:

Dachfläche = Anzahl Module × 1,87 m² + 10–15% Abstand

Praktische Faustregel: 6–8 m² pro kWp (inkl. Montageabstand und Randabstand zum Dachrand).

Schritt 4: Jahresertrag berechnen

Jahresertrag (kWh) = Anlagengröße (kWp) × Spezifischer Ertrag (kWh/kWp)

Beispiel: 4,8 kWp × 950 kWh/kWp = 4.560 kWh/Jahr.

Schritt 5: Wirtschaftlichkeit berechnen

Der erzeugte Strom wird entweder selbst verbraucht (Eigenverbrauch) oder ins Netz eingespeist. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung gilt:

  • Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher: ca. 25–35% des Ertrags
  • Eigenverbrauchsanteil mit Speicher: ca. 55–70%
  • Wert des Eigenverbrauchs: 0,30–0,38 €/kWh (eingesparter Netzstrom)
  • Einspeisevergütung 2025: 8,2 Cent/kWh (bis 10 kWp)
Jährliche Ersparnis = (Eigenverbrauch × Strompreis) + (Einspeisung × Einspeisevergütung)

Was ein Online-Rechner nicht kann

Online-Rechner liefern Näherungswerte mit ±10–15% Abweichung. Nicht berücksichtigt werden:

  • Exakte Dachneigung und Ausrichtung (Abweichung von Süd reduziert Ertrag um bis zu 20%)
  • Verschattung durch Schornsteine, Bäume oder Nachbargebäude
  • Regionale Installationskosten (variieren um bis zu 30%)
  • Wechselrichterverluste (ca. 3–5%)
  • Leitungsverluste und Systemwirkungsgrade

Für eine verbindliche Planung ist eine Vor-Ort-Begehung durch einen zertifizierten Fachbetrieb erforderlich. Unser Rechner gibt Ihnen eine fundierte Orientierung — das Angebot danach die Realität.

Häufige Fragen zur PV-Berechnung

Wie berechne ich den kWp-Bedarf meiner Solaranlage?

Formel: Jahresstromverbrauch (kWh) ÷ 950 = benötigte kWp. Beispiel: 4.500 kWh ÷ 950 = 4,7 kWp. Mit E-Auto addieren Sie ca. 2.500 kWh zum Verbrauch, mit Wärmepumpe ca. 4.000 kWh.

Wie viel Dachfläche brauche ich pro kWp?

Pro kWp benötigen Sie ca. 6–8 m² Dachfläche (inkl. Montageabstand). Eine 8-kWp-Anlage belegt ca. 50–65 m². Hocheffiziente Module brauchen weniger Fläche pro kWp.

Was ist ein Spezifischer Jahresertrag?

Der spezifische Ertrag (kWh/kWp/Jahr) gibt an, wie viel Energie eine kWp Solarleistung jährlich erzeugt. In Deutschland: 850 (Nord) bis 1.100 (Bayern). Bundesdurchschnitt ca. 950 kWh/kWp.

Wie genau ist ein Online-PV-Rechner?

Online-Rechner liefern Näherungswerte mit ±10–15% Abweichung. Nicht berücksichtigt werden genaue Dachneigung, Verschattung, lokale Installationskosten. Für verbindliche Planung: Vor-Ort-Begehung durch Fachbetrieb.